Ein Spielautomat mit zwanzig Jahren im Umlauf sagt über die deutschen Regeln mehr als jede Neuheit, denn an ihm lässt sich ablesen, welche alten Gewohnheiten der Glücksspielstaatsvertrag stehen lässt und welche er abschneidet. Avalon (2006 bei Microgaming erschienen, inzwischen im Katalog von Games Global) eignet sich dafür besonders, denn er bietet nach einem Gewinn ein „Gamble“ an, über das die deutschen Regeln mehr sagen, als man erwarten würde.
Was auf den Walzen steht
Das Spiel hat fünf Walzen mit je drei Symbolen und zwanzig Gewinnlinien, so eine Spieldatenbank (am 3. November 2026 aufgerufen), die es auf den 25. April 2006 datiert, und den Namen gibt ihm Avalon, die Insel der Artussage. Nach derselben Quelle helfen zwei „Wilds“ (Symbole, die andere ersetzen), Linien zu schließen, und unter den Funktionen stehen außerdem ein „Scatter“ (es zählt unabhängig von den Linien) und „Freispiele“ (Runden ohne neuen Einsatz).
Wie viele Freispiele es gibt und ob in ihnen ein Multiplikator gilt, sagt sie nicht, und Zahlen dazu fanden wir nur auf Vergleichsportalen, die wir nicht als Quelle verwenden. Sie fehlen deshalb hier, obwohl die deutsche Fassung genau diese Werte in ihren Spielregeln vollständig nennen muss.
Das Risikospiel, nachgerechnet
Die Datenbank erwähnt das „Gamble“ nur, ohne seinen Ablauf zu beschreiben, und das Merkblatt der GGL nennt als Beispiel die Wahl der „Farbe einer zu ziehenden Karte“, bei der sich der Gewinn mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % verdoppelt. Ein falscher Tipp kostet den ganzen Gewinn, und gerade weil die Funktion so harmlos aussieht, lohnt es sich, sie in dieser Form bis zum Ende durchzurechnen.
Ein Spieler, der mit 0,40 € Einsatz 0,80 € gewinnt und den Betrag viermal hintereinander verdoppeln will, braucht vier richtige Farben, und gelingt ihm das, stehen am Ende 12,80 € zu Buch. Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt bei einer echten Chance von 50 % je Karte ein Sechzehntel (6,25 %), und der „Erwartungswert“ (alle möglichen Ergebnisse, jedes mit seiner Wahrscheinlichkeit gewichtet) bleibt mit 0,80 € genau dort, wo er vor der ersten Karte war.
Das Risikospiel verschiebt also nichts, es streut nur. Liegt die Chance unter der Hälfte oder die Auszahlung unter dem Doppelten, kostet jede Runde Geld; die GGL verlangt bei jedem Risikospiel einen Hinweis auf die „tatsächliche Wahrscheinlichkeitsverteilung“, und dass eine Kette von Verdopplungen die Chancen nicht verbessert, zeigt auch unsere Seite über Strategien und Systeme.
Was der RTP und die Volatilität sagen
Den „Return to Player“ (RTP, die durchschnittliche Auszahlungsquote) gibt dieselbe Datenbank mit 96,01 % an und die „Volatilität“ (das Maß der Schwankungen um diesen Durchschnitt) als mittel. Von 100 € Einsatz fließen also im theoretischen Mittel 96,01 € zurück, aber ob ein Spieler nach 250 Spielen zu 0,40 € mehr oder weniger als die rechnerischen 3,99 € verloren hat, sagt die Zahl nicht, denn sie ist über sehr viele Spiele gemittelt.
Wie man eine solche Quote liest und wo ihre Grenzen liegen, steht ausführlich auf der Seite über Auszahlungsquoten, und für Avalon genügt ein Satz, gültig für jeden Spielautomaten: Die Quote beschreibt den Automaten, nicht den Abend.
Was in Deutschland anders ist
In Deutschland erlaubt die GGL nicht „Avalon“, sondern die Fassung, die ein bestimmter Anbieter beantragt (§ 22a Abs. 1 Satz 2 des Staatsvertrags), und im Antrag stehen unter anderem „Versionsnummer“, „RTP“ und die Angabe zu einem etwaigen „Risikospiel“ (Merkblatt der GGL, Stand Juni 2026). Wer das Spiel bei einem in Deutschland erlaubten Anbieter antrifft, spielt deshalb eine geprüfte Fassung, und ihre Daten können von den hier genannten abweichen.
Für sie gilt, was jedes virtuelle Automatenspiel in Deutschland trägt: im Schnitt mindestens fünf Sekunden je Spiel, keine Automatik, immer nur ein Spiel zur gleichen Zeit, Beträge in Euro und Cent statt in Münzen und kein aus Einsätzen wachsender Jackpot. Der Einsatz ist auf 1 € je Spiel begrenzt; seit dem 1. Juli 2026 dürfen Anbieter mit einer Erlaubnis der GGL Spielern ab 21 Jahren unter Auflagen bis zu 3 € und in einer zweiten Stufe bis zu 5 € gewähren (die Abweichung gilt vorerst bis zum 31. Dezember 2027).
Verboten ist das Risikospiel nicht. Die GGL hält optionale „Gambling-Features“ für zulässig, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: eine Erklärung des Ablaufs in den Spielregeln, ein Hinweis auf die tatsächliche Wahrscheinlichkeit beim Spielen selbst und ihre Einrechnung in die Auszahlungsquote; beim Kartenrisiko kommt ein weiterer Hinweis hinzu: Die schon gezeigten Karten beeinflussen die Farbe der nächsten nicht.
Ob die deutsche Fassung von Avalon das Risikospiel enthält, verrät keine unserer Quellen, und im Fall eines solchen Spiels muss es dort eindeutig als „Risikospiel“ benannt sein. Haben die Freispiele einen Multiplikator, verlangt die GGL eine Liste, in der die erreichbaren Werte „abschließend aufgezählt“ sind, und die übrigen deutschen Regeln mit ihren Fundstellen stehen in unserem Leitfaden zu den Spielautomaten.
„Risikospiele werden grundsätzlich als zulässiger Bestandteil eines virtuellen Automatenspiels angesehen.“
Unser Urteil
Nach unserer Einschätzung ist Avalon ein ruhiges Spiel mit einer einzigen lauten Stelle, und diese Stelle ist das Risikospiel: Wer es bei jeder Gelegenheit annimmt, macht aus einem Automaten mit mittlerer Volatilität einen mit hoher, und am Erwartungswert bessert sich dabei nichts. Für Spieler, die jeden Gewinn als Einsatz für das nächste Wagnis betrachten, halten wir das für die riskanteste Gewohnheit des ganzen Spiels.
Die Entscheidung fällt bei jedem angebotenen Risikospiel neu und liegt beim Spieler, weil das Risikospiel freiwillig ist und nach den Vorgaben der GGL keine „Drucksituation“ erzeugen darf. Wer den Gewinn einfach behält, nutzt das Werkzeug, das ihm die Regeln geben. Zum Vergleich mit anderen Klassikern aus dem Katalog eignen sich Hot as Hades, dessen Original Games Global demselben Team zuschreibt, und Thunderstruck II.
Häufige Fragen
Welche Auszahlungsquote hat Avalon?
Eine Spieldatenbank nennt 96,01 % für die internationale Fassung; welche Quote die Fassung eines erlaubten Anbieters hat, steht verbindlich in der Spielinformation neben dem Einsatz.
Gibt es das Risikospiel von Avalon auch bei deutschen Anbietern?
Die GGL lässt Risikospiele zu, wenn Ablauf und tatsächliche Wahrscheinlichkeit erklärt sind und sie in die Auszahlungsquote eingehen; ob eine bestimmte deutsche Fassung eines enthält, zeigen nur deren Spielregeln.
Hat Avalon Freispiele?
Ja, eine Spieldatenbank führt Freispiele unter den Funktionen, aber ihre Zahl und einen etwaigen Multiplikator nennt sie nicht, und verbindlich stehen beide in den Spielregeln der deutschen Fassung.
Läuft Avalon in Deutschland auch automatisch?
Nein, § 22a Abs. 4 GlüStV 2021 verbietet jede Automatik, die Spiele von selbst startet, sodass jedes Spiel eine eigene Erklärung des Spielers braucht.