Glücksspiel in Italien: was für Leser in Südtirol gilt

Transparenz. Diese Website enthält keine Werbung, keine Affiliate-Links und keine Bewertungen von Glücksspielanbietern. Sie informiert über Regeln und Rechtslage; wie wir arbeiten, steht unter Methodik.

Wir schreiben diese Website für Leser in Deutschland, und wer in Südtirol oder im übrigen Italien spielt, für den gilt anderes Recht, nach dem nur das Spiel bei einem Konzessionär („concessionario“) der Agenzia delle Dogane e dei Monopoli (ADM) erlaubt ist. Leser, die sich aus Italien verbinden, kommen deshalb auf diese Seite, auf der kein Anbieter steht und die auf das amtliche Verzeichnis verweist, und die Fassung in italienischer Sprache sagt dasselbe auf Italienisch.

Erlaubt ist nur, wer eine Konzession der ADM hat

Seit dem 13. November 2025 gilt für das Spiel im Internet, den „gioco a distanza“, die Ordnung des gesetzesvertretenden Dekrets Nr. 41/2024: 52 Konzessionen für neun Jahre an 46 Betreiber, die jede Konzession nur unter einer einzigen Domain betreiben dürfen. Die ADM veröffentlicht das Verzeichnis der Konzessionäre für das Spiel aus der Ferne, und wer eine Seite prüfen will, sieht nach, ob ihr Betreiber dort steht.

Ein Anbieter ohne Konzession ist in Italien nicht erlaubt, und die ADM nimmt solche Angebote mit Sperren über DNS und IP-Adresse aus dem Netz; mit einer Verfügung vom 5. August 2026 kamen 190 Adressen hinzu, die seither gesperrt sind. Gespielt werden darf ab 18 Jahren (Art. 24 Abs. 20 DL 98/2011), und wer sich sperren lassen will, beantragt die Selbstsperre („autoesclusione“) über das Register der ADM, wofür man SPID oder CIE braucht (die öffentliche digitale Identität oder den elektronischen Personalausweis).

Das Werbeverbot und die Leitlinien der AGCOM

Das Gesetzesdekret Nr. 87/2018, das als „Decreto Dignità“ bekannt ist und mit dem Gesetz Nr. 96/2018 umgewandelt wurde, verbietet in Art. 9 jede Werbung für Spiele und Wetten mit Geldgewinnen, auch die indirekte, gleich auf welchem Medium sie erscheint. Die Strafe beträgt 20 % des Werts der Werbung oder des Sponsorings, mindestens aber 50.000 € je Verstoß. Über die Werbung wacht die Kommunikationsbehörde AGCOM, über das Spiel die ADM.

„è vietata qualsiasi forma di pubblicità, anche indiretta, relativa a giochi o scommesse con vincite di denaro […] comunque effettuata e su qualunque mezzo“

Art. 9 Abs. 1 DL 87/2018

Die Leitlinien der AGCOM, die als Anhang A zum Beschluss 132/19/CONS vom 26. April 2019 erschienen sind, nehmen Mitteilungen von „mero carattere informativo“ aus dem Verbot heraus, und § 5.6 auch die „servizi informativi di comparazione di quote o offerte commerciali dei diversi competitors“, „purché effettuate nel rispetto dei principi di continenza, non ingannevolezza e trasparenza“. Die Ausnahme gilt nach unserer Lesart nur für die Angebote der Konzessionäre; wer keine Konzession der ADM hat, bleibt im Verbot.

Für Mitteilungen über verantwortungsvolles Spielen hat der Beschluss 200/26/CONS festgelegt, dass „non devono essere inseriti URL, QR code, link cliccabili o altri rimandi a siti o applicazioni di gioco“. Über eine Neufassung der Ausnahmen läuft nach Berichten der Fachpresse eine Konsultation bis etwa zum 21. November 2026 (Beschluss 234/26/CONS), deren Entwurf für Informationsseiten unter anderem vorsieht, dass sie weder Links noch Aktionscodes oder Markenzeichen eines Anbieters zeigen und eine erkennbare Redaktion mit einem „direttore responsabile“ haben.

Wir halten uns an die strengere Lesart, sodass diese Seite keinen Anbieter verlinkt, auch keinen Konzessionär.

Eine deutsche Erlaubnis zählt in Italien nicht

Die Anbieter, von denen unsere deutschen Seiten handeln, haben für ihre deutschen Domains eine Erlaubnis nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag und für diese Domains keine Konzession der ADM, sodass ihr Angebot dort nach italienischem Recht nicht erlaubt ist, wenn sie Spieler in Italien annehmen. Die Regeln von Baccarat und Amerikanischem Roulette, die Rechnung der Umsatzbedingungen und die Hinweise, woran man Betrug erkennt, gelten in Bozen dagegen genauso wie in Berlin.

Hilfe in Italien

Das Istituto Superiore di Sanità betreibt den „Telefono Verde Nazionale per le problematiche legate al Gioco d'Azzardo“ (TVNGA) unter der gebührenfreien Nummer („numero verde“) 800 558822, und die Seite des ISS, die wir am Abend des 3. November 2026 aufgerufen haben, nennt als Zeiten Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr. Die Selbstsperre ist davon unabhängig und läuft über die ADM.

Wer eine Website prüfen möchte, braucht keine deutsche Liste, sondern den Namen ihres Betreibers und das Verzeichnis der ADM, denn wer dort fehlt, hat in Italien keine Konzession. Warum ein Leser aus Italien auf dieser Seite landet, steht in der Datenschutzerklärung.

Häufige Fragen

Gelten die deutschen Seiten dieser Website auch in Südtirol?

Nein. Südtirol gehört zu Italien, und dort zählt allein die Konzession der ADM; die deutsche Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag hat in Italien keine Wirkung.

Woran erkennt man einen in Italien erlaubten Anbieter?

An der Konzession der ADM: Jede der 52 Konzessionen gilt nur für eine Domain, und das Verzeichnis der ADM nennt die Konzessionäre.

Wo gibt es in Italien Hilfe bei Spielsucht?

Beim Telefono Verde des Istituto Superiore di Sanità unter 800 558822, montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr; die Selbstsperre läuft über das Register der ADM.