Keno: Regeln, Gewinntabellen und Hausvorteil

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Keno sieht mehr nach Lotterie aus als nach einem Spieltisch, weil man Zahlen ankreuzt, zwanzig gezogen werden und eine feste Tabelle sagt, was die Treffer wert sind. Außer der Zahl der Kreuze gibt es nichts zu entscheiden, und so steckt der ganze Preis des Spiels in dieser Tabelle, höher als bei allen Tischspielen, die wir auf diesen Seiten durchrechnen.

Wie Keno gespielt wird

In der bekannten Form aus Spielbanken und als Software umfasst der Schein die Zahlen von 1 bis 80, zwanzig davon werden gezogen, und der Spieler markiert vorher eine Auswahl, im Englischen „Spots“ oder „Picks“ (nach veröffentlichten Spielbeschreibungen meist zwischen 2 und 10 oder zwischen 1 und 15). Gewonnen wird nach der Zahl der Treffer („Catch“), wobei jede Zahl der Kreuze ihre eigene Gewinntabelle hat („Pay Table“). Neben dem gezogenen „Live-Keno“ gibt es das Spiel am Automaten („Video-Keno“).

Das deutsche KENO arbeitet mit einem kleineren Feld und heißt bei seinen Veranstaltern „10 aus 20 aus 70“: Gezogen werden 20 aus 70 Zahlen, man kreuzt zwischen zwei und zehn an, und diese Zahl bestimmt den „KENO-Typ“, während der Einsatz 1, 2, 5 oder 10 € beträgt. Bei den Typen 8, 9 und 10 sieht der Plan vor, dass es sogar bei null „Richtigen“ etwas zurückgibt, nämlich den Einsatz bei Typ 8 und das Doppelte bei Typ 9 und 10.

Wie man eine Gewinntabelle liest

Eine Gewinntabelle sagt, was ein Treffer bringt, aber nicht, was er kostet, und die zweite Zahl muss man aus der ersten erst herausrechnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass von den angekreuzten Zahlen genau eine bestimmte Anzahl gezogen wird, ergibt sich aus Kombinationen, nämlich aus den Möglichkeiten, die Treffer unter den 20 gezogenen und die übrigen Kreuze unter den 50 nicht gezogenen Zahlen zu wählen, geteilt durch alle Möglichkeiten, so viele Zahlen aus 70 zu wählen.

Wir haben den Gewinnplan nachgerechnet, den eine Landeslotteriegesellschaft veröffentlicht (gelesen am 3. November 2026): Jede Wahrscheinlichkeit, die er für eine „Gewinnklasse“ nennt, stimmt mit unserer Rechnung überein. Multipliziert man jede Wahrscheinlichkeit mit ihrem Gewinn und zählt alles zusammen, erhält man den Rückfluss je Euro, den Lotterien „Ausschüttung“ nennen.

KENO 20 aus 70 bei 1 € Einsatz: Höchstgewinn je Typ und Rückfluss aller Gewinnklassen (eigene Rechnung, ohne Bearbeitungsgebühr)
KENO-TypGewinn bei allen RichtigenWahrscheinlichkeitRückfluss je Euro
26 €1 : 12,747,20 %
316 €1 : 4850,68 %
422 €1 : 18949,44 %
5100 €1 : 78149,90 %
6500 €1 : 3.38349,74 %
71.000 €1 : 15.46449,57 %
810.000 €1 : 74.94148,94 %
950.000 €1 : 387.19750,05 %
10100.000 €1 : 2.147.18149,40 %

Am einfachsten zeigt sich das Prinzip bei Typ 2, weil zwei angekreuzte Zahlen in einem von 12,7 Spielen beide gezogen werden (190 günstige von 2.415 möglichen Paaren), fair wäre also eine Auszahlung von gut 12,70 €, und der Plan zahlt 6 €; von jedem Euro kommen damit im Mittel 47,20 Cent zurück. Die übrigen Typen landen fast an derselben Stelle, zwischen 48,94 und 50,68 Cent je Euro, obwohl ihre Höchstgewinne ganz verschieden sind.

Beim Typ 10 hilft ein Blick darauf, wie sich diese knapp 50 Cent zusammensetzen. Der Höchstgewinn von 100.000 €, der einmal in gut 2,1 Millionen Spielen fällt, trägt nur 4,66 Cent dazu bei, während 38,74 Cent aus den kleinen Gewinnen bis 15 € stammen (fünf, sechs oder sieben Richtige und null Richtige), wobei allein die 2 € für fünf Treffer (einmal in 12,1 Spielen) 16,56 Cent ausmachen.

Warum dem Veranstalter so viel bleibt

Der Grund ist schlicht. Die festen Gewinne liegen weit unter den fairen Quoten, und da die Tabelle diese Lücke bei jedem Typ ungefähr gleich groß hält, bleibt dem Veranstalter nach unserer Rechnung rund die Hälfte jedes Einsatzes, und dazu kommt noch die „Bearbeitungsgebühr“ (zusätzlich zum Einsatz erhoben).

Keno in Spielbanken ist nicht ganz so teuer, aber teuer genug: Eine Erhebung in Las Vegas aus dem Jahr 2001, über die eine veröffentlichte Spielanalyse berichtet (gelesen am 3. November 2026), fand Rückflüsse zwischen 65 und 80 Prozent, also einen Hausvorteil von 20 bis 35 Prozent, und das Video-Keno kam 2008 in San Diego auf 84 bis 95 Prozent.

Mit 80 Zahlen wird eine einzelne angekreuzte Zahl in einem von vier Spielen gezogen (20 von 80), zehn von zehn dagegen nur einmal in rund 8,9 Millionen Spielen, wie unsere Rechnung mit Kombinationen ergibt. Solche Abstände erklären, warum eine Tabelle mit sechsstelligem Höchstgewinn trotzdem knapp kalkuliert sein kann.

Ein Spieler, der 200 Scheine des Typs 6 zu je 1 € spielt, setzt 200 € ein und erhält im Mittel 99,49 € zurück (49,74 Prozent); er verliert gut 100 €. Dieselben 200 € auf einfachen Chancen am europäischen Roulette kosten im Mittel 5,41 €, und diesen Abstand, der mehr als das Achtzehnfache beträgt, halten wir für die wichtigste Zahl dieser Seite.

200 € Einsatz: Verlust im Mittel

KENO Typ 6, 200 Scheine zu je 1 €gut 100 €
Europäisches Roulette, einfache Chancen5,41 €
Eigene Rechnung nach dem veröffentlichten Gewinnplan, ohne Bearbeitungsgebühr.

Was das Ankreuzen ändert, und was nicht

Weil die Zahlen beim deutschen KENO von einem Zufallsgenerator gezogen werden, hat jede Ziehung dieselben Wahrscheinlichkeiten wie die vorige, und Listen mit „heißen“ oder „kalten“ Zahlen (englisch „Hot“ und „Cold Numbers“) beschreiben die Vergangenheit, ohne dass sie über die nächste Ziehung etwas sagen. Welche Zahlen man wählt, ändert am Rückfluss nichts.

Die Zahl der Kreuze ändert dagegen etwas, aber kaum den Preis; sie verschiebt, wie der Rückfluss verteilt ist, von vielen kleinen Gewinnen bei Typ 3 oder 4 (bei Typ 4 gewinnt etwa jeder dritte Schein) zu seltenen großen Gewinnen bei Typ 9 oder 10. Wer viele Kreuze setzt, kauft eine winzige Chance auf einen großen Betrag und bezahlt sie mit längeren Durststrecken, aber der mittlere Verlust bleibt ungefähr gleich.

Was man beim Keno selbst in der Hand hat

Die Tabelle lässt sich nicht verhandeln, wohl aber die Zahl der Scheine und ihr Einsatz, und weil der erwartete Verlust bei rund der Hälfte jedes Euros liegt, entscheidet über ihn fast nur, wie viel man insgesamt setzt. Wer die Zahlen der Tischspiele zum Vergleich sucht, findet sie bei den Craps-Regeln und die Lesart solcher Zahlen im Überblick über die Auszahlungsraten, und warum auch beim Keno weder ein Ankreuzsystem noch eine Progression die Rechnung dreht, steht in unserem Text über Wettsysteme.

Häufige Fragen

Wie viele Zahlen werden beim Keno gezogen?

Zwanzig, in der verbreiteten Form aus 80 Zahlen und beim deutschen KENO aus 70.

Welcher KENO-Typ zahlt im Mittel am meisten zurück?

Nach unserer Rechnung liegen alle Typen zwischen 47,20 Prozent (Typ 2) und 50,68 Prozent (Typ 3) je Euro, sodass die Wahl des Typs vor allem die Verteilung der Gewinne ändert und kaum den Preis.

Wie hoch ist der Hausvorteil beim Keno?

Beim deutschen KENO bleibt dem Veranstalter rund die Hälfte jedes Einsatzes, und für Keno in Spielbanken in Las Vegas nennt eine Erhebung von 2001 einen Vorteil von 20 bis 35 Prozent.

Kann man mit der Auswahl der Zahlen die Gewinnchancen verbessern?

Nein, jede Zahl hat bei jeder Ziehung dieselbe Wahrscheinlichkeit, und Listen früherer Ziehungen sagen über die nächste nichts aus.

Ist KENO in Deutschland eine Lotterie?

Ja, KENO wird von den Landeslotteriegesellschaften angeboten, mit täglicher Ziehung von 20 aus 70 Zahlen.