Roulette bietet auf einem einzigen Tableau Dutzende von Wetten, vom einzelnen Feld bis zur halben Zahlenreihe, und doch steckt hinter allen dieselbe Zahl, sodass man beim europäischen Rad mit einer Null keine Wette findet, die im Mittel billiger wäre als eine andere. Was sich von Wette zu Wette ändert, ist nur, wie oft man gewinnt und wie viel, und deshalb lernt man die Regeln schnell und kann die Versprechen mancher Systeme leicht prüfen.
Das Rad und das Tableau
Das europäische Rad hat 37 Fächer, die Zahlen von 1 bis 36, die abwechselnd rot und schwarz sind, und die grüne Null, die zu keiner der großen Gruppen gehört und bei der deshalb alle Wetten auf Farbe, Parität oder Hälfte verloren gehen. Die Bezeichnungen am Tisch sind meist französisch, und wir verwenden sie so, wie sie in den veröffentlichten Spielregeln einer europäischen Spielbank stehen.
Gesetzt wird auf Zahlen im Innenfeld des Tableaus oder auf die Gruppen am Rand: Innen liegen das „Plein“ (eine Zahl), der „Cheval“ (zwei benachbarte Zahlen), die „Transversale pleine“ (eine Querreihe von drei Zahlen), das „Carré“ (vier Zahlen an einer Ecke) und die „Transversale simple“ oder „Sixain“ mit sechs Zahlen in zwei Querreihen.
Außen liegen das Dutzend (1 bis 12, 13 bis 24 oder 25 bis 36), die Kolonne (eine der drei senkrechten Reihen des Tableaus) und die einfachen Chancen Rouge und Noir, Pair und Impair, „Manque“ (1 bis 18) und „Passe“ (19 bis 36), und die Null selbst lässt sich wie jede andere Zahl als Plein setzen.
| Wette | gedeckte Zahlen | Auszahlung | Hausvorteil |
|---|---|---|---|
| Plein | 1 | 35:1 | 2,70 % |
| Cheval | 2 | 17:1 | 2,70 % |
| Transversale pleine | 3 | 11:1 | 2,70 % |
| Carré oder die ersten vier (0 bis 3) | 4 | 8:1 | 2,70 % |
| Transversale simple (Sixain) | 6 | 5:1 | 2,70 % |
| Dutzend oder Kolonne | 12 | 2:1 | 2,70 % |
| einfache Chance | 18 | 1:1 | 2,70 %, mit La Partage 1,35 % |
| Kombination James Bond | 25 | verschieden | 2,70 % |
Warum jede Wette 2,70 Prozent kostet
Die Auszahlungen sind so gebaut, dass eine Wette, die gewinnt, den Einsatz so oft zurückgibt, als hätte das Rad nur 36 Fächer: Ein Plein bringt mit dem Einsatz das 36-Fache, ein Dutzend das Dreifache, eine einfache Chance das Doppelte. Das Rad hat aber 37 Fächer, und dieses eine Fach, die Null, nimmt bei jeder Wette ein Siebenunddreißigstel des Einsatzes, also 2,70 Prozent; das gilt für den Plein ebenso wie für Rouge. Mehr steckt nicht dahinter.
Wer etwa sechs Zahlen deckt (Transversale simple), bekommt im Gewinnfall das Sechsfache seines Einsatzes zurück und gewinnt in sechs von 37 Runden: Sechs mal sechs sind 36, und von 37 eingesetzten Euro kommen im Mittel 36 zurück. Auch eine Kombination ändert daran nichts, wie wir an der bekanntesten nachgerechnet haben, dem sogenannten „James Bond“: 140 € auf Passe, 50 € auf die Transversale simple von 13 bis 18 und 10 € auf die Null decken zusammen 25 der 37 Zahlen.
Fällt eine der zwölf Zahlen von 1 bis 12 (12 von 37, also in 32,4 Prozent der Runden), sind die 200 € verloren, in den übrigen Fällen gewinnt man 80 €, 100 € oder 160 €, und über alle 37 Fächer gemittelt ergibt das einen Verlust von 5,41 € je Runde, genau 2,70 Prozent der 200 €.
Was sich mit der Wahl der Wette ändert, ist allein die Verteilung: Ein Plein gewinnt in einem von 37 Spielen, eine einfache Chance in 18 von 37. Wer viele Zahlen deckt, gewinnt öfter kleine Beträge und verliert seltener alles, aber im Mittel verliert er bei jedem Einsatz denselben Anteil.
Die Null und die einfachen Chancen: La Partage und En Prison
Manche Tische mildern die Null für die einfachen Chancen. Bei „La Partage“ verliert eine Wette auf Rouge, Pair oder Manque, wenn die Null fällt, nur die Hälfte des Einsatzes; bei „En Prison“ bleibt der Einsatz für die nächste Runde stehen, gewissermaßen gesperrt, und wird zurückgegeben, wenn er dann gewinnt. Nach veröffentlichten Berechnungen haben beide Regeln im französischen Reglement denselben Erwartungswert: Der Hausvorteil auf einfache Chancen halbiert sich auf 1,35 Prozent (gelesen am 3. November 2026).
In den Spielregeln, die wir gelesen haben, darf der Spieler bei der Null wählen, ob er den Einsatz teilt oder für die nächste Runde stehen lässt; beide Wege führen im Mittel zum selben Ergebnis. Für Plein, Cheval oder Dutzend gilt die Halbierung nicht, weil die Regel nur die einfachen Chancen betrifft.
Ein Spieler, der 150 Runden zu je 4 € auf Rouge setzt, bewegt 600 € und verliert im Mittel 16,22 € an einem Tisch ohne diese Regel, aber nur 8,11 € an einem Tisch mit La Partage. In 150 Runden fällt die Null im Mittel gut viermal, und weil La Partage die Hälfte zurückgibt, kostet sie ihn dann jedes Mal 2 € statt 4 €.
150 Runden zu je 4 € auf Rouge, also 600 € Umsatz: Verlust im Mittel
Was das Rad nicht weiß
Wer die zuletzt gefallenen Zahlen mitschreibt, kommt leicht zu dem Schluss, eine lange nicht gefallene Zahl sei nun fällig. Das Rad hat aber kein Gedächtnis, und nach zehnmal Rot ist die Wahrscheinlichkeit für Rot in der nächsten Runde dieselbe wie vorher, nämlich 18 zu 37, und die gegenteilige Erwartung ist ein Irrtum, der unter dem Namen „Spielerfehlschluss“ bekannt ist (englisch „Gambler’s Fallacy“). Zehnmal Rot hintereinander hat eine Wahrscheinlichkeit von etwa 1 zu 1.350, weshalb eine solche Serie auffällt, ohne dass sie für die nächste Runde etwas bedeutet.
Was am Rad in der eigenen Hand bleibt
Nach unserer Rechnung verändern nur zwei Entscheidungen den Preis wirklich: die Wahl des Rades, denn das amerikanische Roulette mit seiner Doppelnull kostet fast das Doppelte, und bei den einfachen Chancen die Wahl eines Tisches mit La Partage oder En Prison. Alles andere, vom Plein bis zum „James Bond“, verschiebt nur die Schwankungen, und warum auch keine Progression daran etwas ändert, zeigen wir bei den Wettsystemen. Wie sich 2,70 Prozent in eine Auszahlungsquote von 97,30 Prozent übersetzen, steht bei den Auszahlungsraten.
Häufige Fragen
Wie viel behält das Haus beim europäischen Roulette im Mittel?
Bei jeder Wette ein Siebenunddreißigstel, also 2,70 Prozent, und bei den einfachen Chancen 1,35 Prozent an Tischen mit La Partage, ebenso mit En Prison im französischen Reglement.
Worin unterscheiden sich La Partage und En Prison?
Bei La Partage bekommt man nach einer Null die Hälfte des Einsatzes auf einfache Chancen zurück, bei En Prison bleibt er für eine Runde gesperrt; im französischen Reglement kosten beide im Mittel gleich viel.
Welche Roulette-Wette hat die besten Chancen?
Im Mittel keine, denn alle kosten 2,70 Prozent; eine einfache Chance gewinnt nur öfter, in 18 von 37 Runden, und zahlt dafür weniger.
Was zahlt ein Plein beim Roulette?
Ein Plein zahlt 35:1, also mit dem Einsatz das 36-Fache, und trifft in einem von 37 Spielen.
Gewinnt Rouge, wenn die Null fällt?
Nein, die einfachen Chancen verlieren bei der Null, außer an Tischen mit La Partage, wo die Hälfte zurückkommt, oder mit En Prison, wo der Einsatz für die nächste Runde stehen bleibt.