Ein Bonus ist eine Zahl mit Bedingungen, und erst die Bedingungen entscheiden über ihr Schicksal: ein Betrag am Ende auf dem eigenen Konto oder nur mehr Umsatz und damit mehr Verdienst für den Anbieter. Wir erklären hier die Begriffe, die in den Bonusbedingungen der Anbieter stehen, und rechnen an drei Spielern vor, was ein Bonus unter diesen Bedingungen im Mittel wert ist.
Die Umsatzbedingung
Die „Umsatzbedingung“ (im Englischen „Wagering“ oder „Playthrough“) legt fest, wie oft ein Betrag eingesetzt werden muss, bevor der Bonus und die Gewinne daraus ausgezahlt werden können. Entscheidend ist dabei nicht nur das Vielfache, sondern auch die Grundlage, auf die es sich bezieht, denn „30-mal den Bonus“ und „30-mal Einzahlung und Bonus“ klingen ähnlich und verlangen bei einem Bonus in Höhe der Einzahlung doppelt so viel Spiel.
„Umgesetzt“ heißt eingesetzt, nicht verloren: Wer 10 € setzt und 9 € zurückgewinnt, hat 10 € Umsatz gemacht, und wer diese 9 € erneut setzt, macht weitere 9 €. Der Umsatz wächst also mit jeder Runde, auch wenn das Guthaben gleich bleibt, und gerade deshalb lässt sich eine Bedingung von mehreren tausend Euro mit einem Guthaben von 100 € erfüllen, sofern das Glück lange genug hält.
Grenze, Gewichtung, Frist und Höchsteinsatz
Die „Auszahlungsgrenze“ (englisch „Max Cashout“) begrenzt die höchste Auszahlung aus einem Bonus, und der Rest darüber verfällt; die „Spielgewichtung“ (englisch „Game Weighting“) bestimmt den Anteil eines Einsatzes an der Umsatzbedingung: Ein Spiel mit 100 % zählt voll, eines mit 10 % verlangt das Zehnfache an Einsätzen, und eines mit 0 % hilft gar nicht.
Die „Frist“ ist die Zeit für die Erfüllung der Bedingung, danach verfallen Bonus und Gewinne, und der „Höchsteinsatz“ (englisch „Max Bet“) begrenzt den Einsatz je Runde für die ganze Dauer des aktiven Bonus. Beide wirken zusammen: Wer 1.500 € umsetzen muss und höchstens 5 € je Runde setzen darf, braucht mindestens 300 Runden (1.500 geteilt durch 5), und eine Frist von sieben Tagen macht daraus ein Programm von knapp 43 Runden am Tag.
Wer eine dieser Regeln verletzt, etwa mit einem einzigen zu hohen Einsatz, kann nach den Bedingungen den Bonus und die zugehörigen Gewinne verlieren, und jedes Angebot regelt das auf seine Weise: Es lohnt sich deshalb, die Bedingungen vor der ersten Runde zu lesen und nicht erst danach.
„Sticky“ und „non-sticky“
Ein „Sticky Bonus“ (vom englischen „sticky“, klebrig) bleibt am Konto haften, denn er kann eingesetzt, aber nie ausgezahlt werden, und bei einer Auszahlung wird sein Betrag abgezogen: Ein Spieler mit 100 € Einzahlung und 100 € Sticky Bonus kommt auf 260 € und kann nach erfüllter Bedingung 160 € auszahlen lassen.
Beim „non-sticky“ Bonus spielt man zuerst mit dem eigenen Geld, und der Bonus kommt erst ins Spiel, wenn dieses verloren ist. Wer 100 € einzahlt und mit diesem eigenen Geld auf 180 € kommt, bevor er den Bonus berührt, kann die 180 € ohne Umsatzbedingung auszahlen lassen und den Bonus verfallen lassen, und weil er diese Wahl behält, halten wir die Form für die günstigere.
Die Rechnung: Vorteil des Spiels mal Umsatz
Jedes Spiel, bei dem man gegen den Anbieter spielt, hat einen eingebauten Vorteil für ihn, den man aus der „Auszahlungsquote“ (englisch „Return to Player“, kurz RTP) abliest: Bei einer Quote von 96 % behält der Anbieter im Mittel 4 % jedes Einsatzes. Die Quote beschreibt einen theoretischen Mittelwert aus einer sehr großen Zahl von Runden, der über eine einzelne Sitzung nichts sagt.
Daraus folgt die Regel, mit der sich jeder Bonus bewerten lässt. Die erwartete Einbuße (in der Mathematik der „Erwartungswert“ des Verlusts) ist der Vorteil des Spiels multipliziert mit dem gesamten Umsatz, und der mittlere Wert eines Bonus ist sein Überschuss über diese Einbuße; ein Wettsystem ändert daran nichts, denn es verschiebt nur Reihenfolge und Höhe der Einsätze, nicht den Vorteil (unsere Seite zu Strategien und Systemen zeigt das im Einzelnen).
Drei Spieler, drei Rechnungen
Für alle drei nehmen wir dieselbe Ausgangslage an, mit Zahlen, die man im Kopf nachrechnen kann: 50 € Einzahlung, 50 € Bonus, also 100 € Guthaben, und einen Spielautomaten mit einer theoretischen Auszahlungsquote von 96 % (die Quote ist eine Annahme für die Rechnung und gehört zu keinem bestimmten Spiel). Was sich ändert, sind nur die Bedingungen.
Der erste Spieler muss den Bonus 30-mal umsetzen, also 1.500 € (30 mal 50 €), und bei einem Vorteil von 4 % kostet dieser Umsatz im Mittel 60 €, 10 € mehr, als der Bonus einbringt. Unter diesen Bedingungen ist der Bonus im Durchschnitt ein kleiner Verlust.
Der zweite Spieler muss Einzahlung und Bonus zusammen 30-mal umsetzen, also 3.000 € (30 mal 100 €), was bei demselben Vorteil im Mittel 120 € kostet, mehr als das ganze Guthaben von 100 €; mit dieser Bedingung braucht ein Spieler überdurchschnittliches Glück, nur um ihr Ende zu erreichen, bevor das Guthaben aufgebraucht ist.
Der dritte Spieler hat die Bedingung des ersten, spielt aber europäisches Roulette mit einer Gewichtung von 10 % in seinen Bedingungen und muss deshalb für 1.500 € anrechenbaren Umsatz 15.000 € setzen. Bei einem Vorteil von 2,70 % (eine Null unter 37 Feldern, wie die Seite mit den Regeln des europäischen Roulettes erklärt) kostet das im Mittel 405 €.
50 € Einzahlung und 50 € Bonus, Umsatzbedingung 30-fach: was der Umsatz im Mittel kostet
Die Unterschiede zwischen 60 €, 120 € und 405 € entstehen durch zwei Zeilen in den Bedingungen, die Grundlage des Umsatzes und die Gewichtung des Spiels. Deshalb liest man zuerst die Bedingungen und erst danach den Betrag, und deshalb kann ein hoher Bonus mit harten Bedingungen weniger wert sein als ein kleiner mit milden.
Was die Rechnung nicht sagt
Alle drei Zahlen sind Mittelwerte über viele Spieler und nicht das, was ein Einzelner erlebt: Einer gewinnt, ein anderer verliert alles in der ersten halben Stunde; erst über sehr viele Fälle nähert sich das Ergebnis dem Mittel. Auch die Frist haben wir nicht eingerechnet, obwohl sie den Spieler zu mehr Runden am Tag drängen kann, als er von sich aus spielen würde.
Eine Auszahlungsgrenze von 150 € (eine Annahme wie die übrigen Zahlen) würde beim ersten Spieler einen glücklichen Ausgang von 400 € auf 150 € kürzen. Weil sie gerade die seltenen großen Gewinne abschneidet, die den Durchschnitt nach oben ziehen, liegt der Mittelwert mit ihr noch tiefer im Minus als die 10 € unserer Rechnung.
Die Rechnung für jedes Angebot
Wer ein Angebot selbst prüfen will, braucht die sechs Angaben, die wir oben erklärt haben: die Grundlage der Umsatzbedingung (Bonus allein oder mit Einzahlung), das Vielfache, die Gewichtung des Spiels, das er spielen will, den Höchsteinsatz, die Frist und die Auszahlungsgrenze. Der nötige Umsatz ist das Vielfache multipliziert mit der Grundlage, geteilt durch die Gewichtung, die erwartete Einbuße ist dieser Umsatz multipliziert mit dem Vorteil des Spiels, und was nach Abzug vom Bonus übrig bleibt, ist sein Wert im Mittel, bevor die Grenze ihn weiter senkt.
Ein Angebot, dessen Bedingungen unauffindbar sind oder sich nach der Einzahlung ändern, gehört nach unserer Einschätzung nicht in diese Rechnung, sondern auf die Seite, die zeigt, wie man Betrug erkennt. Welche Auszahlungsquoten die Hersteller für ihre Spiele angeben und wie man sie liest, erklärt unsere Seite zu den Auszahlungsquoten.
Wer einen Bonus vor sich hat, braucht für die Entscheidung keine Empfehlung, sondern diese sechs Angaben und vier Rechenschritte. Ist die erwartete Einbuße größer als der Bonus oder sind die Bedingungen nicht zu finden, bleibt die einfachste Wahl offen, die jeder Spieler jederzeit hat: den Bonus abzulehnen oder gar nicht zu spielen.
Häufige Fragen
Was bedeutet eine 30-fache Umsatzbedingung?
Dass der genannte Betrag, je nach Bedingung der Bonus allein oder Bonus und Einzahlung zusammen, 30-mal eingesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist; bei 50 € Bonus sind das 1.500 € Einsatz.
Zählt die Einzahlung bei der Umsatzbedingung mit?
Das hängt vom Angebot ab, und der Unterschied ist groß: Wird Einzahlung plus Bonus gerechnet, verdoppelt sich bei einer Einzahlung in Höhe des Bonus der nötige Umsatz.
Was ist ein Sticky Bonus?
Ein Bonus, der eingesetzt, aber nicht ausgezahlt werden kann und bei der Auszahlung vom Guthaben abgezogen wird.
Warum zählen manche Spiele nur teilweise zum Umsatz?
Weil der Anbieter in seinen Bedingungen festlegt, welcher Anteil eines Einsatzes angerechnet wird; ein Spiel mit 10 % Gewichtung verlangt das Zehnfache an Einsätzen.
Kann man mit einem Wettsystem die Umsatzbedingung leichter erfüllen?
Nein, denn die erwartete Einbuße hängt nur vom Vorteil des Spiels und vom gesamten Umsatz ab, und kein System ändert eines von beiden.