Baccarat: die Regeln des Punto Banco

Transparenz. Diese Website enthält keine Werbung, keine Affiliate-Links und keine Bewertungen von Glücksspielanbietern. Sie informiert über Regeln und Rechtslage; wie wir arbeiten, steht unter Methodik.

Baccarat wirkt am Tisch wie ein Spiel voller Rituale, mit Karten, die aufgedeckt, gezählt und nach festen Regeln ergänzt werden, und doch hat der Spieler in der heute üblichen Form („Punto Banco“) weniger zu entscheiden als beim Blackjack oder beim Poker: Über jede dritte Karte entscheidet eine feste Tabelle. Die einzige Wahl ist die Wette, und gerade sie entscheidet über einen Hausvorteil, der zwischen gut einem und mehr als vierzehn Prozent liegt.

Punto Banco: Werte und Ziel

Gespielt werden zwei Hände, die nicht den Gästen gehören, sondern Namen tragen: „Punto“ (der Spieler, englisch „Player“) und „Banco“ (die Bank, englisch „Banker“), und man setzt darauf, welche von beiden näher an neun Punkte kommt, oder auf ein Unentschieden („Égalité“, englisch „Tie“). Asse zählen einen Punkt, Zweier bis Neuner ihren Augenwert, Zehner und Bilder null, und ergibt die Summe mehr als neun, fällt die erste Ziffer weg: Sieben und Sechs ergeben nicht dreizehn, sondern drei Punkte.

Beide Hände erhalten zunächst zwei Karten. Hat eine von ihnen acht oder neun Punkte, ein „Natural“, bleiben beide stehen, und die Runde ist entschieden, bevor irgendjemand über eine dritte Karte nachdenken müsste.

Die dritte Karte

Für den Spieler ist die Regel kurz: Punto zieht bei null bis fünf Punkten eine dritte Karte und bleibt bei sechs oder sieben stehen. Bleibt Punto stehen, zieht die Bank nach demselben Muster, und hat Punto gezogen, richtet sie sich nach ihrer eigenen Punktzahl und nach dem Wert der dritten Karte des Spielers, so wie es die folgende Tabelle zeigt (von uns aus einem veröffentlichten „Tableau“ übertragen, gelesen am 3. November 2026).

Wann die Bank eine dritte Karte zieht, nachdem der Spieler gezogen hat
Punkte der BankDie Bank zieht bei dieser dritten Karte des SpielersDie Bank bleibt stehen bei
0, 1 oder 2bei jeder Kartekeiner Karte
30 bis 7 und 98
42 bis 70, 1, 8 und 9
54 bis 70 bis 3, 8 und 9
66 oder 7allen übrigen
7keiner Kartejeder Karte

Wer am Tisch sitzt, muss diese Tabelle nicht kennen, weil der Croupier sie anwendet. Die Tabelle erklärt aber den Unterschied zwischen den beiden Hauptwetten: Die Bank entscheidet als zweite und mit mehr Information über ihre dritte Karte, nach derselben Veröffentlichung der „Positionsvorteil“ der Bank.

Warum die Bank öfter gewinnt, und was die Kommission daraus macht

Wir haben ein Spiel mit acht Decks (416 Karten im Schlitten, englisch „Shoe“) Karte für Karte ausgezählt, und das Ergebnis zeigt, dass die Bank in 45,86 Prozent der Runden gewinnt, der Spieler in 44,62 Prozent, während die übrigen 9,52 Prozent unentschieden enden und die Wetten auf Punto und Banco dann stehen bleiben. Ohne Abzug wäre die Bankwette deshalb ein Spiel, bei dem der Gast im Vorteil wäre.

Den Abzug besorgt die Kommission („Commission“) von 5 Prozent auf jeden Bankgewinn, sodass eine gewonnene Bankwette nur 19 zu 20 zahlt (auf 20 € Einsatz 19 € Gewinn). Damit kippt die Rechnung, denn 45,86 Prozent mal 0,95 sind weniger als die 44,62 Prozent, in denen die Bankwette verloren geht, und am Ende kostet Banco 1,06 Prozent und Punto 1,24 Prozent, Zahlen, die mit veröffentlichten Berechnungen für acht Decks übereinstimmen.

Ein Spieler, der 200 Runden zu je 25 € spielt, setzt 5.000 € um und verliert damit im Mittel 52,90 € auf Banco und 61,75 € auf Punto (genauer 1,058 und 1,235 Prozent von 5.000 €), und der Unterschied von knapp 9 € ist kleiner, als die Debatte am Tisch vermuten lässt.

Das Unentschieden, die teuerste Wette am Tisch

Die Wette auf Égalité zahlt 8:1, auf 10 € Einsatz also 80 € Gewinn und mit dem Einsatz 90 €, und ihr Reiz ist leicht zu verstehen: Acht zu eins klingt nach einer großen Chance. Die Wahrscheinlichkeit sagt etwas anderes.

Fair wäre bei 9,52 Prozent eine Quote von etwa 9,5 zu 1, und aus der Lücke, die zwischen beiden Zahlen klafft, ergibt sich ein Hausvorteil von 14,36 Prozent, also mehr als das Dreizehnfache der Bankwette. Derselbe Spieler, der seine 5.000 € statt auf Banco auf das Unentschieden setzt, verliert im Mittel 718 € (14,36 Prozent von 5.000 €).

Zahlt ein Tisch für das Unentschieden 9:1, sinkt der Vorteil des Hauses auf 4,84 Prozent; er bleibt aber selbst dann gut viermal so hoch wie bei Banco, und wir halten diese Wette deshalb für die schlechteste, die das Spiel anbietet.

Baccarat ohne Kommission

Varianten ohne Kommission („No Commission“) zahlen jeden Bankgewinn eins zu eins und holen den Abzug an einer anderen Stelle zurück. In der einen Form wird ein Bankgewinn mit sechs Punkten nur zur Hälfte bezahlt, was nach unserer Auszählung 1,46 Prozent Hausvorteil auf Banco ergibt (acht Decks), also mehr als im klassischen Spiel, während eine andere Form einen Bankgewinn mit drei Karten und sieben Punkten als unentschieden wertet und auf 1,02 Prozent kommt.

„Ohne Kommission“ heißt also nicht ohne Vorteil für das Haus; die Regel verlagert ihn nur dorthin, wo man ihn auf dem Tisch nicht mehr sieht, und bevor man an einem solchen Tisch Platz nimmt, raten wir, in den Spielregeln nachzusehen, welcher Bankgewinn gekürzt oder neutralisiert wird.

Was beim Baccarat zu entscheiden bleibt

Weil keine Spielweise den Ausgang beeinflusst, bleiben dem Gast nur die Wahl der Wette, die Wahl des Tisches und die Summe seiner Einsätze; von diesen dreien wiegt die letzte am schwersten, denn der erwartete Verlust wächst mit jedem Euro, der über den Tisch geht, gleich welche Folge von Einsätzen man spielt. Warum das auch für jede Progression gilt, zeigt unsere Durchrechnung der bekannten Wettsysteme, und wie sich ein Hausvorteil in eine Auszahlungsquote übersetzt, erklärt der Beitrag zu den Auszahlungsraten.

Häufige Fragen

Welche Wette hat beim Baccarat den geringsten Hausvorteil?

Die Wette auf die Bank, die trotz der Kommission von 5 Prozent bei acht Decks nur 1,06 Prozent kostet, gegenüber 1,24 Prozent beim Spieler.

Warum wird auf Gewinne der Bank eine Kommission abgezogen?

Weil die Bank mit 45,86 gegen 44,62 Prozent öfter gewinnt als der Spieler; ohne Abzug hätte, wer auf sie setzt, einen Vorteil gegenüber dem Haus.

Lohnt sich die Wette auf Unentschieden?

Nein, bei einer Auszahlung von 8:1 behält das Haus im Mittel 14,36 Prozent jedes Einsatzes, und selbst bei 9:1 sind es noch 4,84 Prozent.

Ist Baccarat ohne Kommission günstiger?

Nicht unbedingt: Wird ein Bankgewinn mit sechs Punkten nur halb bezahlt, steigt der Vorteil des Hauses auf Banco auf 1,46 Prozent, also über die 1,06 Prozent des klassischen Spiels.

Muss man beim Baccarat über die dritte Karte entscheiden?

Nein, ob eine dritte Karte gezogen wird, legen feste Regeln fest, die der Croupier anwendet, und die Entscheidung des Gastes beschränkt sich auf die Wette.