Craps: Regeln, Wetten und Hausvorteil

Transparenz. Diese Website enthält keine Werbung, keine Affiliate-Links und keine Bewertungen von Glücksspielanbietern. Sie informiert über Regeln und Rechtslage; wie wir arbeiten, steht unter Methodik.

Craps hat auf dem Tisch Dutzende Felder, und gerade diese Fülle verdeckt eine Ordnung, die sich in zwei Sätzen sagen lässt: Wenige Wetten kosten gut ein Prozent, eine einzige kostet gar nichts, und fast alle anderen kosten ein Vielfaches davon. Wer diese Ordnung kennt, braucht die übrigen Felder nur noch, um zu wissen, wohin er nicht setzt.

Der erste Wurf und der Point

Gewürfelt wird mit zwei Würfeln und damit mit 36 gleich wahrscheinlichen Kombinationen (sechs mal sechs), sechs davon mit der Summe 7, und um diese Sieben dreht sich das Spiel. Der erste Wurf einer Runde heißt „Come-out“, und für die Grundwette auf der „Pass Line“ entscheidet er sofort, wenn eine 7 oder eine 11 fällt (Gewinn 1:1) oder eine 2, 3 oder 12, die man „Craps“ nennt (Verlust).

Jede andere Summe (4, 5, 6, 8, 9 oder 10) wird zum „Point“. Von da an würfelt der Werfer („Shooter“) weiter, bis der Point noch einmal fällt oder eine 7: Im ersten Fall gewinnt die Pass Line, im zweiten verliert sie.

Die Wette „Don’t Pass“ ist das Spiegelbild, denn sie gewinnt beim Come-out mit 2 oder 3, verliert mit 7 oder 11 und gewinnt nach einem Point, wenn die 7 vor dem Point kommt, während eine 12 beim Come-out als unentschieden gilt (in Reno und am Lake Tahoe die 2). Die Wetten „Come“ und „Don’t Come“ funktionieren genauso, nur dass sie in einer laufenden Runde gesetzt werden und der nächste Wurf für sie zum Come-out wird.

Was die Grundwetten kosten

Wir haben die Wahrscheinlichkeiten über alle Points zusammengezählt: Die Pass Line gewinnt in 244 von 495 Fällen (49,29 Prozent) und verliert in den übrigen 50,71 Prozent, woraus ein Hausvorteil von 1,41 Prozent folgt. Don’t Pass kommt auf 1,36 Prozent je gesetzter Wette (1,40 Prozent ohne die Unentschieden), und ganz spiegelbildlich ist sie nicht: Die 12 gibt beim Come-out nur den Einsatz zurück, und ohne diese Ausnahme läge der Vorteil beim Spieler (von uns nachgerechnet).

Nehmen wir einen Spieler, der in 300 Runden je 10 € auf die Pass Line setzt: Er bewegt 3.000 € und verliert dabei im Mittel 42,42 €, also gut 14 Cent pro Runde. Das ist die Ausgangszahl, an der sich alles Weitere messen lässt.

Die Odds, die einzige Wette ohne Hausvorteil

Steht ein Point fest, darf man hinter die Pass Line eine Zusatzwette legen, die „Odds“, und sie wird zu den echten Quoten bezahlt: 2:1 auf 4 und 10, 3:2 auf 5 und 9, 6:5 auf 6 und 8. Weil diese Quoten genau dem Verhältnis von Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeit entsprechen, hat die Odds-Wette keinen Hausvorteil, und der Tisch begrenzt sie deshalb auf ein Vielfaches der Grundwette, häufig nach der Formel „3-4-5x“ (dreifach auf 4 und 10, vierfach auf 5 und 9, fünffach auf 6 und 8).

Legt unser Spieler zu seinen 10 € auf der Pass Line bei jedem Point 20 € Odds dazu, setzt er in denselben 300 Runden zusätzlich rund 4.000 € ein (in zwei von drei Runden entsteht ein Point). Sein erwarteter Verlust bleibt bei 42,42 €, und auf die gesamten 7.000 € gerechnet sinkt der Hausvorteil auf 0,61 Prozent; billiger wird das Spiel aber nur je Euro und nicht in der Summe, weil es die Odds nur zusammen mit einer Wette gibt, die etwas kostet.

Place, Field und die Mitte des Tisches

Mit den „Place“-Wetten setzt man darauf, dass eine bestimmte Zahl vor der 7 fällt, und je weiter die Zahl von der 7 entfernt ist, desto teurer wird es: 1,52 Prozent auf 6 und 8, 4,00 Prozent auf 5 und 9, 6,67 Prozent auf 4 und 10. Die 6 fällt in fünf von 36 Kombinationen, die 7 in sechs (5 zu 6), und die Auszahlung von 7:6 liegt unter dem fairen Wert von 6:5.

Das „Field“ ist eine Wette auf den nächsten Wurf, die auf 2, 3, 4, 9, 10, 11 und 12 gewinnt (16 von 36 Kombinationen), und es kostet 2,78 Prozent, wenn die 12 dreifach zahlt, aber 5,56 Prozent, wenn 2 und 12 nur doppelt zahlen. Den zweiten Wert haben wir an den 36 Kombinationen nachgezählt.

In der Mitte des Tisches liegen die „Proposition Bets“, meist Wetten auf einen einzigen Wurf, und dort wird es teuer; eine veröffentlichte Analyse des Spiels warnt ausdrücklich vor allem, was in der Tischmitte gesetzt wird. „Any Seven“ zahlt 4:1 auf eine 7 im nächsten Wurf (sechs von 36 Kombinationen) und kostet damit 16,67 Prozent, sodass 100 Würfe zu je 10 € im Mittel 166,67 € kosten, fast viermal so viel wie der Verlust unseres Spielers mit 3.000 € auf der Pass Line.

Die „Hardways“ setzen darauf, dass eine gerade Summe als Pasch fällt (etwa 3 und 3 für die 6), bevor eine 7 oder dieselbe Summe ohne Pasch kommt, und sie kosten 9,09 Prozent auf 6 und 8 und 11,11 Prozent auf 4 und 10. Anders als die Einzelwurfwetten daneben entscheiden sie sich nicht im nächsten Wurf, billiger sind sie deshalb aber kaum.

Hausvorteil in Prozent: von der Pass Line zur Mitte des Tisches

Odds hinter der Pass Line0 %
Pass Line1,41 %
Place 6 oder 81,52 %
Place 5 oder 94,00 %
Place 4 oder 106,67 %
Hardways auf 4 und 1011,11 %
Any Seven16,67 %
Craps-Wetten und Hausvorteil, je entschiedener Wette (veröffentlichte Berechnungen, gelesen am 3. November 2026; eigene Nachrechnung)
WetteAuszahlungHausvorteil
Odds hinter Pass Line2:1, 3:2, 6:50 %
Don’t Pass1:11,40 % (1,36 % je gesetzter Wette)
Pass Line oder Come1:11,41 %
Place 6 oder 87:61,52 %
Field, 12 zahlt 3:11:1, 2:1 und 3:12,78 %
Place 5 oder 97:54,00 %
Field, 2 und 12 zahlen 2:11:1 und 2:15,56 %
Place 4 oder 109:56,67 %
Big 6 oder Big 81:19,09 %
Hard 6 oder Hard 89:19,09 %
Hard 4 oder Hard 107:111,11 %
Any Craps7:111,11 %
2 oder 12 im nächsten Wurf30:113,89 %
Any Seven4:116,67 %

Was am Würfeltisch in der eigenen Hand bleibt

Die Würfel haben kein Gedächtnis; keine Folge von Einsätzen ändert, dass jede Wette ihren Hausvorteil mitbringt, wie die Rechnung zu den Wettsystemen zeigt. Was man selbst bestimmt, ist die Auswahl, denn wer bei Pass Line oder Don’t Pass mit Odds bleibt und die Mitte meidet, spielt gegen gut ein Prozent statt gegen zehn oder mehr, und in derselben Größenordnung liegen sonst die Hauptwetten des Baccarat.

Am wirksamsten bleibt trotzdem die Summe, die man insgesamt einsetzt, weil sich der erwartete Verlust aus ihr und aus dem Hausvorteil ergibt. Für uns ist sie deshalb die wichtigste Zahl am Würfeltisch. Den Zusammenhang zwischen Hausvorteil und Auszahlungsquote zeigt die Seite über Auszahlungsraten, und ein Spiel, das dem Haus noch weit mehr lässt als die Mitte des Craps-Tisches, ist das Keno.

Häufige Fragen

Welche Wette ist beim Craps die günstigste?

Die Odds hinter einer Pass-Line- oder Don’t-Pass-Wette, weil sie zu echten Quoten zahlen; allein setzen kann man sie nicht, und die Grundwetten selbst kosten 1,41 bzw. 1,36 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Pass Line und Don’t Pass?

Don’t Pass setzt gegen den Werfer und gewinnt, wenn die 7 vor dem Point kommt, und ist mit 1,36 Prozent minimal günstiger; dass sie überhaupt etwas kostet, liegt an der 12, die im ersten Wurf nur den Einsatz zurückgibt.

Warum sollte man die Wetten in der Tischmitte meiden?

Weil sie zwischen 9 und knapp 17 Prozent kosten, also ein Vielfaches der Grundwetten, und sich meist schon im nächsten Wurf entscheiden.

Was bedeutet Point beim Craps?

Fällt im ersten Wurf eine 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, wird diese Zahl zum Point, und die Pass Line gewinnt, wenn sie noch einmal fällt, bevor eine 7 kommt.

Wie oft fällt beim Craps eine Sieben?

Im Mittel in einem von sechs Würfen, weil sechs der 36 Kombinationen zweier Würfel die Summe 7 ergeben.